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Tönisvorst, 30.01.2017

Ilse Backhaus hatte immer ein gutes Gefühl mit ihrem Anna-Haus

Von Bianca Treffer

Die 65-jährige St. Töniserin hat Grund zum Feiern: Ihre Initiative für eine Zuflucht zum Reden ging vor zehn Jahren an den Start.

In Ilse Backhaus (65) reifte während der Pflege ihrer Tante Lotte die Idee zu einer Anlaufstelle, wo Menschen sich alles von der Seele reden können. Friedhelm Reimann

In Ilse Backhaus (65) reifte während der Pflege ihrer Tante Lotte die Idee zu einer Anlaufstelle, wo Menschen sich alles von der Seele reden können.

St. Tönis. Den Geburtstag innerhalb ihrer Familie hat Ilse Backhaus schon gefeiert, aber nun steht eine weitere Feier ins Haus, bei der ihr viele Menschen nahe sein wollen, denen die 65-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein stückweit auf deren Lebenswegen geholfen hat. Die St. Töniserin ist die Begründerin des Anna-Hauses und des dazu gehörigen Klön-Cafés sowie des Flüchtlingscafés „Come together“.

Angefangen hat alles vor nunmehr 26 Jahren. Damals zog ein Werbebrief über ein Seminar betreffend die traditionelle chinesische Medizin die Aufmerksamkeit von Backhaus auf sich. „Ich bin zu dem Seminar gegangen, bei dem ein chinesischer Arzt in Deutsch und Englisch referierte. Ich war fasziniert, mit welcher Einfachheit er erklärte und zeigte, wie man die eigene Mitte wieder erreichen kann“, erinnert sich die St. Töniserin.

Es folgten weitere Seminare. Irgendwann entstand der Wunsch in ihr, die an sich simplen Vorgehensweisen allen Menschen zugänglich zu machen. Backhaus absolvierte ein Heilpraktiker-Studium und schloss eine psychologische Ausbildung neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit als Sekretärin im Antoniuszentrum ab.

Anlaufstelle, wo sich Menschen alles von der Seele reden können

1996 hatte Backhaus Aus- und Fortbildungen abgeschlossen. Sie gab ihren vorherigen Beruf auf. Sie wollte in die Heilpraktikerrichtung gehen. Es sollte anders kommen: ein Pflegefall in der Familie. Die nächsten vier Jahre standen ganz im Zeichen von Tante Lotte.

„Wenn es nicht so gekommen wäre, wäre das Anna-Haus nicht entstanden. Durch Tante Lotte bin ich in eine fürsorgliche Rolle gekommen. Das hat mich geprägt.“ Während der Pflege von Tante Lotte suchten Menschen Backhaus auf, die auf der Suche nach Hilfe für die Seele waren oder einfach eine Beratung brauchten.

In ihr reifte die Idee einer Anlaufstelle, wo man sich alles von der Seele reden kann. „Es tut Menschen einfach nur gut zu reden. Das habe ich in der Zeit mit Tante Lotte gemerkt, die mir viel von sich erzählt hat“, sagt Backhaus.

Am 7. April 2007 startete die Anna-Haus-Initiative. In ihren eigenen vier Wänden bot sie anderen Menschen eine Zuflucht zum Reden an. Ein offenes Ohr und fachliche Beratung zeichneten das Anna-Haus vom ersten Tag an aus.

Ein Ort des Lebens und der Stille

Durch eine Klientin entstand der Anstoß zum gleichnamigen Klön-Café. Ein Treffpunkt für alle Menschen, die einfach für ein paar Stunden den Alltag hinter sich lassen möchten. Ein Ort des Lebens, aber auch der Stille, denn wenn Besucher eine Auszeit für ein persönliches Gespräch brauchen, nehmen sich Backhaus und ihre Helfer auch Zeit dafür.

Ziele hätte sie nie gehabt, sie sei einfach mitgegangen und habe zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Menschen getroffen, die ihr den Weg gezeigt hätten, meint die 65-Jährige. Dazu gehörte unter anderem auch Pater Martin. Backhaus selber schloss sich so vor vier Jahren dem Kloster in Himmerod als Oblatin an. Dort tankt sie nicht nur selber Kraft auf, sondern unterrichtet zudem in Meditation.

„Die Idee vom Anna-Haus wurde mir immer wieder bestätigt. Zu sehen, dass es richtig war, diesen Weg zu gehen, ist ein gutes Gefühl. Auch wenn es nicht immer leicht war, besonders, was die Finanzierung angeht“, betont Backhaus. Nichtsdestotrotz würde sie gerne nach ihrem 65. Geburtstag kürzer treten und hofft einen entsprechenden Nachfolger aus ihrem Team zu finden. Denn eins ist wichtig: Das Anna-Haus mit seinen Angeboten soll weiter bestehen.

 

Rheinische Post 15.04.2015

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Rheinische Post 20.09.2012

Tönisvorst Auftanken im Anna-Haus
VON STEPHANIE WICKERATH - zuletzt aktualisiert: 20.09.2012
Tönisvorst (RP). Seit zehn Jahren gibt es den Verein Anna-Haus, dessen Mitglieder Menschen durch Krisensituationen begleiten. Am Samstag lädt die von Ilse Backhaus gegründete Tönisvorster Initiative Interessierte zum Jubiläumsfest ein.

Rheinische Post
Vor einem Jahr hatten Ilse Backhaus (r.), die Gründerin des Vereins Anna-Haus, und der Verein zum ersten Klön-Café nach St. Tönis eingeladen. Foto: Kaiser

Karl-Heinz war 52, als seine Frau ihn verließ. Kurze Zeit später verlor der Elektrotechniker seine Stelle und rutschte ab – in die Einsamkeit, in die Sozialhilfe, in eine handfeste Lebenskrise. Menschen mit Geschichten wie dieser sind es, um die sich das Anna-Haus kümmert. "Der Name Anna steht für das Mütterliche, für an die Hand nehmen", erklärt Ilse Backhaus, Gründerin des Anna-Hauses, den Namen. An die Hand nehmen wollte die heute 60-Jährige Menschen, die nach einer Trennung, einer Krankheit, einem Todesfall aus dem Tritt gekommen sind, die sich ausgebrannt fühlen, einsam oder mutlos sind.

Wer sich für die Initiative Anna-Haus interessiert, kann sich an Ilse Backhaus unter Tel. 02151 798512 wenden oder auf die Homepage gehen Internet www.annahaus.de

Feier Samstag, 22. September, 14 Uhr, feiert das Anna-Haus zehnjähriges Bestehen in der
Gaststätte "Angie's", Roßstraße 79, St. Tönis. Zehn Jahre ist das jetzt her. "Anna-Haus" ist mittlerweile ein eingetragener Verein mit 73 Mitgliedern. "Die ursprüngliche Idee war, dass wir Menschen finden, die ihr Zuhause für Menschen öffnen, die jemanden zum Zuhören brauchen", blickt die Initiatorin zurück. Das habe bisher nicht geklappt, aber Ilse Backhaus hat etwa 20 Gleichgesinnte, die wie sie Schulungen im gesundheitlichen und beratenden Bereich durchlaufen haben und anderen Menschen in Krisensituationen helfen.
Zum Jubiläum will der Verein sich am kommenden Samstag einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Mit Kaffee und Kuchen, Gesang und Spielen feiern die Mitglieder den runden Geburtstag in der Gaststätte "Angie's" in St. Tönis. Dort findet auch jeden Mittwoch das
Anna-Klön-Café statt. "Jeder, der Lust auf nette Gesellschaft hat, ist dort willkommen", sagt Ilse Backhaus. Etwa 20 bis 30 Gäste seien regelmäßig dabei. Gegen eine kleine Spende gibt es frischen Kuchen, gebacken von Vereinsmitglied Uschi Wetzels, und Gespräche mit den anderen Mitarbeitern wie dem Sozialpädagogen Christoph Matenaers oder dem Demenzbegleiter Thorsten Houben. Auch eine Theatergruppe hat sich beim Klön-Café gegründet, die am Samstag ein paar Sketsche zeigen wird.
Ilse Backhaus betont, dass der Verein Anna-Haus keine Therapie anbiete, wenngleich eine Psychologin zu den Mitgliedern gehört, sondern Begleitung durch eine Krise. Ins Gespräch kommen, ein offenes Ohr finden, Entspannungsübungen genießen, Ruhe finden – das sind die Angebote, die der Verein macht. "In die Ruhe gehen ist ein wichtiges Stichwort", sagt die Gründerin. Neben Meditationsabenden steht deshalb einmal im Jahr eine Einkehr ins Kloster auf dem Programm.

Stadtspiegel

stadtspiegel

Rheinische Post - Januar 2012

Rheinische Post Geburtstag

„Suscipe me, Domine“ – „Nimm mich auf, o Herr.“; Zisterzienseroblaten Zisterzienserabtei Himmerod

Die ersten Oblationsversprechen wurden an der Zisterzienserabtei Himmerod im Jahr 2009 abgegeben, das Oblatenwesen ist hier also noch jung. Seit der feierlichen Oblation von Frau Ilse (Maria Magdalena) Backhaus und Herrn Ferdinand (Samuel) Plein am 07. Juli 2012 sind es nun 11 Oblaten/innen, die sich durch ihr Oblationsversprechen mit der Abtei Himmerod verbunden und für diese besondere christliche Lebensform entscheiden haben.

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Foto: v.l.n.r.: Ilse (Maria Magdalena) Backhaus, Abt em. Bruno Fromme OCist, Ferdinand (Samuel) Plein, Bruder Niklaus Kulke OCist im Oratorium Abtei Himmerod

Unsere Oblatengemeinschaft bildet sich aus Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, Verheirateten und Ledigen. Mit den Mönchsbrüdern verbindet uns nicht nur die Liebe zur Abtei (Claustrum = Schoß, Ort der Menschwerdung) mit der ihr eigenen Atmosphäre im schönen Salmtal, deren Standort durch Bernhard von Clairvaux persönlich im Jahr 1135 während einer Visitation bestimmt wurde, sondern vor allem die wahrhafte Suche nach Gott im Gebet und in der gesamten Schöpfung. ”Gott, du mein Gott, dich suche ich” (Psalm 63)
3 – 4 Mal im Jahr sind die Oblaten eingeladen, sich als Oblatengemeinschaft mit dem Oblatenrektor zu treffen und mit den Mönchen an der Eucharistiefeier und den Chorgebeten teilzunehmen. Darüber hinaus werden an den gemeinsamen Wochenenden Themen behandelt, wie z.B. Anstöße für unseren Alltag aus dem Evangelium und der Regel Benedikts, Lectio Divina, Evangelische Räte, Mönchsgelübde für Nichtmönche und natürlich den aktuellen Zeitfragen.
Zisterzienseroblate – eine christliche Lebensform
„Klöster benediktinischer und zisterziensischer Prägung bieten die Möglichkeit an, außerhalb eines Klosters, in der Welt, ein christliches Leben zu führen, das im Strom der Zeit trägt: das Oblatesein. Der Name kommt von dem lateinischen Begriff ‚oblatus‘ und bedeutet ‚hingegeben, dargebracht, aufgeopfert‘. Oblaten verbinden sich durch das Versprechen der Oblation mit einem Kloster ihrer Wahl, bringen sich so Jesus Christus dar, geben sich ihm hin und gehen einen christlichen Weg unter der Führung des Evangeliums nach der Regel Benedikts... Oblaten leben in ihrer Welt die benediktinische Spiritualität anders als Ordensleute im Kloster. Sie passen diese ihren persönlichen Lebensumständen an und erhalten dafür vielfältige Anregungen und Hilfen vom Kloster. Es handelt sich um ein gegenseitiges Empfangen und Geben.“
(Autoren: P. Claudius Bals OSB, Erzabtei St. Ottilien, P. Basilius Ullmann OCist, Kloster Langwaden, aus “Aufbruch mit Benedikt - Oblaten, eine christliche Lebensform”, Vorwort S. 11-12, erschienen im EOS Klosterverlag St. Ottilien 2009).
Zisterzienseroblatesein bedeutet ein Fenster ihres Klosters in der Welt zu sein, die zisterziensische Spiritualität in die Welt strahlen zu lassen. Das geschieht einmal während unserer Aufenthalte im Kloster selbst, aber vor allem - wieder zurückgekehrt -, mitten in unserem Alltag, in unseren Familien, unter Freunden, in den Gemeinden und ebenfalls im Beruf. Das Leben der Oblaten/innen wird ähnlich wie bei den Mönchsbrüdern bestimmt von Aktion und Kontemplation – Ora et labora – beides gehört zusammen. Sowohl die Mönchsbrüder als auch die Oblaten/innen wissen um den Wert der geistigen Verbundenheit im täglichen Stundengebet – die Mönchsbrüder im Kloster – die Oblaten/innen bei sich zu Hause. Die oftmals vielen Kilometer der räumlichen Trennung spielen dabei keine Rolle... Während der regelmäßigen Aufenthalte in ihrem Heimatkloster haben die Oblaten/innen Gelegenheit an die Quelle zu kommen, ihre Brunnenschalen wieder neu zu füllen, denn nur eine gefüllte Brunnenschale kann überfließen, sich verströmen. Wir können nur das an andere weiter geben, was wir selbst empfangen haben.
Weitere Informationen zur Zisterzienserabtei Himmerod, unserer Oblatengemeinschaft und die Termine unserer nächsten Treffen finden Sie innerhalb der Webseite: http://www.abteihimmerod.de
Ansprechpartner für Interessierte:
Abt em. Bruno Fromme OCist (Oblatenrektor) Email: abt_bruno_himmerod@yahoo.de
Angelika Teresa Oehlke (Zisterzienser-Säkularoblatin) Email: angelika.oehlke@t-online.de

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